Omnom Chocolate - Bean-to-Bar-Schokolade aus Island

Auch in Island, im hohen Norden Europas, findet man schmackhafte Feinschmecker-Schokoladen, die aus hochwertigen Edelkakaobohnen Bean-to-Bar hergestellt werden.

Seit 2013 gibt es in Reykjavik, der Hauptstadt Islands, das Schokoladenunternehmen  "Omnom", das erste und bislang einzige dieser Art auf der nordischen Vulkaninsel. Die zwei Schulfreunde Kjartan Gíslason and Óskar Þórðarson sind die Gründer der nachhaltig vorbildlich geführten Firma. Der kleine Schokoladenhersteller ist längst weltweit bekannt für seine in jeder Hinsicht qualitativen Dunkelschokoladen sowie seine experimentierfreudigen Milchschokoladen und weißen Schokoladen mit mutigen, aber geschmacklich interessanten Zutatenkombinationen wie Lakritz, Aktivkohle oder geröstetes Gerstenmalz. Darüber hinaus verwendet das Unternehmen in vielen Produkten lokale Zutaten wie isländische Milch in den Vollmilchschokoladen oder nachhaltig und umweltfreundlich gewonnenes Meersalz von den Westfjorden Islands. Es gibt sogar eine umfassende und sehenswerte Video-Präsentation über die Firmenphilosophie und die Produktionsweise von "Omnom" auf Youtube - der Vortrag wurde im Rahmen der digitalen "Material Conference 2017" in Reykjavik gehalten.

 

Auf die oft an Kjartan und Óskar gestellte Frage hin, warum sie sich entschieden haben, Schokolade herzustellen, ist die Antwort der Schokoladenmacher sehr simpel: "Es macht Spaß und ist köstlich."

 

Die Tanzania-Dunkelschokolade 70% - Silber-Gewinner beim "European Bean-to-Bar Competition 2018" im Rahmen der "International Chocolate Awards":

Fast seit Beginn an werden die Schokoladen von "Omnom" jedes Jahr von der internationalen Jury auf den beiden weltweit bedeutendsten Schokoladenwettbewerben, auf den "International Chocolate Awards" sowie auf den "Academy of Chocolate Awards" mit vielen Auszeichnungen gewürdigt. Auch im August 2018 wurden im Rahmen der "European Bean-to-Bar Competition in Amsterdam" alle von den Isländern derzeit hergestellten Single-Origin-Milchschokoladen (jeweils eine Bronze-Medaille für "Dark Milk Tanzania 65%" und "Milk of Nicaragua 50%", dreifaches Gold für "Milk of Madagaskar 45%") sowie deren dunkle Schokoladen mit Kakao aus Madagaskar (66% Kakao) und Tanzania (70%) (Silber-Medaillen) für ihren bemerkenswerten Geschmack ausgezeichnet. Auch Omnom's berühmte weiße Schokolade mit Lakritz und Meersalz sowie Kjartan's neueste Schoko-Erfindung mit kräftig gerösteter Gerste und Aktivkohle wurden von der Jury mit "Gold" bewertet. Nachdem ich erst vor kurzem die Gelegenheit hatte, nahezu das gesamte Schokoladensortiment des isländischen Gourmet-Schokoladendproduzenten zu testen, bin ich über den aktuellen Erfolg von Kjartan Gíslason überhaupt nicht erstaunt. Alle von mir sensorisch unter die Lupe genommenen Schokoladen verfügen über erstaunlich vielschichtige und gut ausbalancierte Aromenspektren, die mir als Schokoladen-Aficionado sehr viel Freude bereitet haben. Darüber hinaus ist die Textur aller Sorten nahezu perfekt. Die Schmelzeigenschaften sind kaum zu toppen - möglicherweise wegen des Einsatzes von Sonnenblumenlecithin.

Die isländischen Schokoladen sind - wahrscheinlich wegen der verhältnismäßig hohen Preise (ca. 10 Euro pro Tafel) und durch erschwerte Transportmöglichkeiten - in Deutschland in nur sehr wenigen Geschäften erhältlich. Aktuell gibt es sie in Berlin/Prenzlauer Berg bei "Fräulein Schneefeld & Herr Hund", im auf nordische Feinkost spezialisierten Café Blá in München sowie online im Schokoladenshop "Xocoatl".

Einzigartige Naturlandschaften Islands (Ja, in Island gibt es viel mehr als nur gute Schokolade.):

Die dunkle Milchschokolade "Dark Milk of Tanzania 65% - Bronze-Gewinner beim "European Bean-to-Bar Competition 2018" im Rahmen der "International Chocolate Awards" (zurecht derzeit in der Topliga der weltweit besten kakaointensiven Vollmilchschokoladen:):

Vor der Gründung der Schokoladenfirma sammelte der Mitbegründer Kjartan Gíslason 18 Jahre Arbeitserfahrung als Küchenchef in mehreren europäischen Ländern. Schon während dieser beruflichen Periode interessierte er sich als Koch deutlich mehr für den Patisserie-Bereich und das Backen von süßen Speisen wie Kuchen und Gebäck. Und da er für seine Desserts die in der Spitzengastronomie populären Gourmet-Kuvertüren vom französischen Schokoladenhersteller Valrhona verwendete, war er schon lange mit dem Konzept der Ursprungs-Schokoladen und den damit einhergehenden ortsspezifischen und terroir-bedingten Kakaoaromen vertraut. So wurde Single-Origin-Schokolade nach und nach zur größten Leidenschaft des Isländers. Daraufhin begann der isländische Koch mit Schokoladenkuvertüren immer mehr zu experimentieren, bis er letztendlich im Jahr 2013 den Schritt gewagt hat, seine eigene Schokoladenfabrik zu gründen, in der er alle zur Schokoladenproduktion notwendigen Herstellungsschritte beginnend mit dem Rösten der rohen Kakaobohnen bis zur fertigen Tafel selbst in die Hand nahm. Kjartan's langjähriger Freund Oskar war dagegen vor dem Beginn ihres gemeinsamen Schokoladenabenteuers in seinen jungen Jahren lange Zeit in der Fischerei und später im Lebensmittel-Sektor in Start-up-Unternehmen tätig. Was zuerst nur als Experiment in der eigenen Küche vorgesehen war, um vorab zu testen, ob dem Duo überhaupt gut schmeckende Schokoladen gelingen, die den Konsumenten munden, wurde die Idee durch viel positive Resonanz auf Anhieb ein großer Erfolg.

Bean-to-Bar Schokoladenproduktion:

Ganz zu Beginn produzierte Omnom mit einem kleinen Melangeur nur 200 Tafeln pro Woche. Anfangs befand sich die kleine Produktionsstätte noch in einer ehemaligen Tankstelle, wo noch komplett alle Arbeitsschritte bis zum Verpacken der Schokoladen nur mit den Händen durchgeführt wurden. Seit 2016 befindet sich die neue Schokoladenfabrik zusammen mit einem eigenem Firmenladen an einem neuen, moderneren Standort, auf dem Hafengelände von Reykjavik. Heutzutage werden maximal 2000 Tafeln täglich hergestellt, in der Regel oft weniger, aber weiterhin händisch verpackt. Die in einem Zug produzierten Schokoladenchargen betragen weniger als 200 Kilogramm.

 

Das als Micro-Batch-Hersteller klassifizierte Unternehmen verwendet die in der Bean-to-Bar Szene gebräuchlichen und inzwischen gut erprobten Maschinen und Geräte zur Verarbeitung der Kakaobohnen. Die Isländer setzen auf eine lange Conchierzeit des Kakaos, so werden also die Kakaobohnen in den Melangeuren zu einer feinen Kakaomasse zermahlen und anschließend bis zu drei Tage lang darin weiterconchiert. Die reinen Single Origin-Schokoladen werden puristisch ohne Aromen wie z. B. Vanille hergestellt. Lediglich Sonnenblumenlecithin wird in kleinen Mengen eingesetzt, was auch aus meiner Sicht unbedenklich ist. Auch von weltweitem Erfolg und Beliebtheit geprägte Schokoladen-Namen wie die Gourmet-Schokoladenhersteller Frank Morin aus Frankreich oder Duffy Sheardown aus England, die ebenso aromatisch beeindruckende Produkte hervorbringen, verwenden Sonnenblumenlecithin als Hilfsmittel.

Bilder-Impressionen - Omnom's Kakaobauern-Partner (hier: Bauern-Kooperative Kokoa Kamili in Tanzania):

Tanzania, Madagaskar und Nicaragua - Omnom's Kakao-Ursprünge

"Omnom" arbeitet aktuell mit drei unterschiedlichen ökologisch und nachhaltig agierenden Kakao-Partnern zusammen - aus Madagaskar, Tanzania und Nicaragua. Aus diesen Kakaobohnen entstehen sowohl die dunklen Schokoladen als auch die Milchschokoladen. Den biologisch angebauten Madagaskar-Kakao bezieht Kjartan von Bertil Akesson's Kakaoplantagen, die Tanzania-Kakaobohnen von der weltweit berühmten Kleinbauern-Kooperative "Kokoa Kamili" und was den Nicaragua-Kakao betrifft, dieser stammt von einer Bauernkooperative aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Bosawas. Die nicaraguanischen Kakoabauern arbeiten vor Ort mit dem auf heimische Edelkakaosorten spezialisierten Partnerunternehmen "Ingemann" zusammen. Von der Kakaosorten-Vielfalt Nicaraguas handelt es sich um die zertifiziert ökologische Varietät O'Payo, die mitten im Regenwaldgebiet dieses bedeutenden Nationalparks kultiviert wird.

 

Neben den puren Schokoladenprodukten ohne Schnickschnack machen die Isländer auch süßere Schokoladen, die sie mit unterschiedlichen, für Island typischen Zutaten lokaler Herkunft veredeln. So gibt es Milchschokoladen mit klassischen Zusätzen wie Karamellstückchen oder gesalzenen Mandeln, aber auch eine weiße Schokolade, die mit Kaffeepulver vermischt wird. Ihr berühmtestes Produkt ist zweifellos die besondere Lakritz-Meersalz-Schokolade, die vor allem auf Island und in den nordischen Ländern Omnom's größter Bestseller zu sein scheint. Das ist sicherlich kein Zufall, denn Lakritz gehört zu den beliebtesten Süßigkeiten in Island. Omnom's neueste Schokoladen-Erfindung ist eine weiße Schokolade mit geröstetem, bewusst nahezu verbranntem Gerstenmalz, Aktivkohle sowie Meersalz. Obwohl hier, was Kakaobestandteile betrifft, überhaupt keine Kakaomasse, sondern nur Kakaobutter enthalten ist, ist die Schokoladen-Neuheit komplett schwarz - nämlich wegen der Kohle. Näheres zu meiner geschmacklichen Beurteilung zu dieser wie zu den anderen Schokoladen folgt weiter unten.

 

Das isländische Unternehmen ist auch bekannt für seine Malteser-ähnlichen Schokoladen-Kugeln mit einem Malz-Waffel-Kern, die in vier verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten werden: Madagaskar-Vollmilchschokolade, weiße Schokolade, Lakritz-Meersalz, Mango-Passionsfrucht-Schokolade.

Was für mich persönlich leider nicht möglich war, machte meine Familie zufälligerweise Urlaub auf Island im Juli 2018. Daher besuchten sie für mich die Schokoladenfabrik von "Omnom", um sich ein besseres Bild von der Produktionsstätte zu machen. Die sehr freundliche Shop-Assistentin führte meine Familie ganz offen durch den gesamten Produktionsort und erklärte Omnom's Herstellungsweise anhand der dort benutzten Maschinen und Geräte. An gleicher Stelle befindet sich ebenso ein integrierter Firmenladen mit einer kleinen Café-Ecke. Anschließend gab es eine umfassende Verkostungsrunde mit Omnom's Ursprungs-Schokoladen. Während dieser Führung sind viele schöne Fotos entstanden, die ich als Bilder-Galerie erstellt habe:

Führung durch die "Omnom"-Schokoladenfabrik in Reykjavik (Juli 2018):

 

Schokoladentests: isländische Feinschmecker-Schokoladen von Omnom

 

Meine Bewertungskriterien:

(A) Duftaromen: 18 / 18 Punkte

(B) Geschmacksaromen: 48 / 48 Punkte

(C) Optik: 3 / 3 Punkte

(D) Schmelz: 3 / 3 Punkte

(E) Zutaten: 18 / 18 Punkte

(F) Nachhaltigkeitseinschätzung: 4 / 4 Punkte

(G) Gesamteindruck: 6 / 6 Punkte

 

Omnom Madagaskar 66%

MHD Charge 30/04/2020

Kakaoherkunft: Madagaskar, Sambirano-Tal, Ambanja, Akesson-Plantage

Kakaovarietät: ortstypische Kakao-Varietäten (Trinitario, Criollo)

 

A) Duftaromen: Zitronengras, blumige Noten, Zitrusfrüchte, Waldbeeren, Stachelbeeren 15/18

B) Geschmacksaromen: dezent nussig, blumig-grasige Akzente, Nougat- und Karamellnoten, intensive, kandierte Fruchtaromen (Waldbeeren, leicht vergorene rote Beeren, Zitrusfrüchte) langanhaltender fruchtiger Abgang mit Stachelbeer-Andeutung und leicht grasig 44/48

C) sehr gut 3/3

D) feinschmelzend 3/3

E) Kakaobohnen aus Madagaskar, Rohrohrzucker, Kakaobutter: sehr gut 18/18

F) sehr gut: direkte Zusammenarbeit mit Partner-Kakaobauern und vorbildliche Bean-to-Bar Produktion 4/4

G) Gesamteindruck 6/6

 

Gesamtpunkte: 93/100

 

Fazit: Auch die isländische Madagaskar-Interpretation von Omnom spiegelt die für das Sambirano-Tal typischen Fruchtaromen von Beeren und Zitrusfrüchten sehr gut wieder, die vielschichtig und gut ausbalanciert zur Geltung kommen. Obendrein besitzt sie interessante Noten von Zitronengras und Blumen. Eine probierenswerte Dunkelschokolade für jeden Madagaskar-Fan, die besonders mild und süß rüberkommt. Die Silber-Auszeichnung beim kürzlich stattgefundenen "European Bean-to-bar Competition 2018" ist zweifellos kein Zufall.

 

Omnom Tanzania 70%

MHD Charge 21/06/2020

Kakaoherkunft: Tanzania, Region Morogoro, Kilombero-Distrikt, Bauern-Kooperative Kokoa Kamili

Kakaovarietät: ortstypische Kakao-Varietäten

 

A) Duftaromen: blumig-grasige Noten, geröstete Nüsse, Zitrusfrüchte

B) Geschmacksaromen: Butter-Toastbrot, grasig-blumige Noten, leicht erdig und kräuterig, intensiver Schokoladencharakter, Fruchtaromen (rote Früchte, Kirschen, Pflaumen), Abgang mit grasigen Kräuternoten und dezent tanninig 44/48

C) sehr gut 3/3

D) feinschmelzend 3/3

E) Bio-Kakaobohnen aus Tanzania, Bio-Rohrzucker, Kakaobutter, Sonnenblumenlecithin: sehr gut 18/18

F) sehr gut: direkte Zusammenarbeit mit Partner-Kakaobauern und vorbildliche Bean-to-Bar Produktion 4/4

G) Gesamteindruck 6/6

 

Gesamtpunkte: 93/100

 

Fazit: Die dunkle Tanzania-Schokolade verfügt über einen kräftigen, langanhaltenden, aber wohlschmeckenden Schokoladencharakter, der sehr gelungen mit blumigen Noten und einer komplexen Fruchtigkeit von Kirschen und Pflaumen harmoniert. Angenehme Buttertoast- und Kräuteraromen kommen hier ebenso vor. Auch diese Schokolade hat ihre Silber-Medaille beim europäischen Schoko-Wettbewerb in Amsterdam aus meiner Sicht verdient.

 

Omnom Nicaragua 73%

MHD Charge 22/05/2020

Kakaoherkunft: Nicaragua, Bosawas Biosphärenreservat, Kleinbauern-Kooperative (Ingemann)

Kakaovarietät: ortstypische Kakao-Varietät (O' Payo)

 

A) Duftaromen: blumige und grasige Noten, Oliven, fermentierte rote Fruchtnoten (Trauben, Kirschen, Pflaumen), Zitrusakzente 15/18

B) Geschmacksaromen: dezent tanniniger Beginn, grasige Kräuternoten, leicht erdig, getoastetes Brot mit Butter, intensives Fruchtfinale (rote Früchte: ausgeprägter Kirschakzent, Zitrusfrüchte, Grapefruit, Tonic), Abgang adstringierend-fruchtig mit tanninigen Traubennoten 44/48

C) sehr gut 3/3

D) feinschmelzend 3/3

E) Bio-Kakaobohnen aus Nicaragua, Bio-Rohrzucker, Kakaobutter, Sonnenblumenlecithin: sehr gut 18/18

F) sehr gut: direkte Zusammenarbeit mit Partner-Kakaobauern und vorbildliche Bean-to-Bar Produktion 4/4

G) Gesamteindruck 6/6

 

Gesamtpunkte: 93/100

 

Fazit: Charakteristisch für die dunkle Nicaragua-Schokolade sind ihre intensiven Fruchtaromen (Kirschen, Zitrusfrüchte, Grapefruit), die von dezenten Blumen-, Tonic- und Butterbrotnoten unterstützt werden. Diese Schokolade mag zwar aktuell keine Auszeichnung erhalten haben, das bedeutet aber überhaupt nichts. In Bezug auf ihren Geschmack und Aromenkomplexität ist sie gleichauf mit den anderen Single-Origin-Schokoladen von Omnom.

 

Omnom Dark Milk of Tanzania 65%

MHD Charge 26/06/2020

Kakaoherkunft: Tanzania, Region Morogoro, Kilombero-Distrikt, Bauern-Kooperative Kokoa Kamili

Kakaovarietät: ortstypische Kakao-Varietäten

 

A) Duftaromen: Malz, Milchkaramell, Sahne, leichte blumig-grasige Akzente, Noten von dunklen Beeren 15/18

B) Geschmacksaromen: zu Beginn gleich intensives Malzaroma mit leichten Blumen-Anklängen, dezent grasig, malziges Schokotoffee mit Rahmnoten im Hauptteil, dezente Fruchtigkeit (dunkle Waldbeeren, Kirschen), Abgang fruchtig-malzig und leicht tanninig 45/48

C) sehr gut 3/3

D) feinschmelzend 3/3

E) Kakaobohnen aus Tanzania, Rohrohrzucker, Kakaobutter, isländisches Vollmilchpulver, Sonnenblumenlecithin: sehr gut 18/18

F) sehr gut: direkte Zusammenarbeit mit Partner-Kakaobauern und vorbildliche Bean-to-Bar Produktion 4/4

G) Gesamteindruck 6/6

 

Gesamtpunkte: 94/100

 

Fazit: Wow, ich bin begeistert! Diese dunkle Vollmilchschokolade mit viel intensivem Tanzania-Kakao muss unbedingt jeder Schokoladen-Liebhaber zumindest einmal probiert haben. Trotz des sehr hohen Kakaogehalts ist sie bemerkenswert mild mit einer gut dosierten Süße. Die kräftig malzige und leicht blumige Schokolade besitzt ein vorzüglich schmeckendes Aromenprofil von intensivem Schokotoffee, das von dezenten Waldbeer- und Kirschnoten harmonisch begleitet wird. Ohne jeden Zweifel ist es aktuell eine der besten intensiv-kakaohaltigen Milchschokoladen, die ich in letzter Zeit probiert habe. Warum es beim europäischen Bean-to-Bar Wettbewerb aber nur für Bronze gereicht hat, ist mir wirklich ein Rätsel, da sie eine Gold-Auszeichnung meines Erachtens verdient hätte. Anscheinend muss das Niveau in Amsterdam sehr hoch gewesen sein und vielleicht kam es bei der Jury bereits auf kleine Nuancen an.

 

Omnom Milk of Nicaragua 50%

MHD Charge 20/02/2020

Kakaoherkunft: Nicaragua, Bosawas Biosphärenreservat, Kleinbauern-Kooperative (Ingemann)

Kakaovarietät: ortstypische Kakao-Varietät (O' Payo)

 

A) Duftaromen: intensive Vollmilchnoten mit Rahm, Karamell und Sahne 14/18

B) Geschmacksaromen: süße Milchnoten (Milchkaramell, Kakaomilch), leicht salzig, dezente Zitrusfruchtnoten, süßer Abgang mit Salzkaramell 43/48

C) sehr gut 3/3

D) feinschmelzend 3/3

E) Bio-Kakaobohnen aus Nicaragua, Rohrohrzucker, Kakaobutter, isländisches Vollmilchpulver, Sonnenblumenlecithin: sehr gut 18/18

F) sehr gut: direkte Zusammenarbeit mit Partner-Kakaobauern und vorbildliche Bean-to-Bar Produktion 4/4

G) Gesamteindruck 6/6

 

Gesamtpunkte: 91/100

 

Fazit: Auch diese etwas kakaoschwächere Milchschokolade erhielt eine Bronze-Medaille im Rahmen der europäischen International Chocolate Awards 2018. Sie ist fein-süß und hat elegante Aromen von Milchkaramell und Kakaomilch, die von einer leichten Fruchtigkeit begleitet werden. Eine aromatisch etwas einfacher gestrickte, aber sehr wohlschmeckende und puristische Milchschokolade ohne Schwächen.

 

Omnom Milk of Madagascar 45%

MHD Charge 13/07/2020

Kakaoherkunft: Madagaskar, Sambirano-Tal, Ambanja, Akesson-Plantage

Kakaovarietät: ortstypische Kakao-Varietäten (Trinitario, Criollo)

 

A) Duftaromen: intensive und süße Milchnoten (Kondensmilch,  Karamell, Rahm), leichte Fruchtanklänge 14/18

B) Geschmacksaromen: sehr süß und mild, Noten von gezuckerter Kondensmilch, Karamell, Butter und Sahne, leichte Fruchtanklänge (Waldbeeren, Zitrusfrüchte), Abgang süß mit Milch- und Butternoten 44/48

C) sehr gut 3/3

D) feinschmelzend 3/3

E) Rohrohrzucker, Kakaobutter, isländisches Vollmilchpulver, Kakaobohnen aus Madagaskar, Sonnenblumenlecithin: sehr gut 18/18

F) sehr gut: direkte Zusammenarbeit mit Partner-Kakaobauern und vorbildliche Bean-to-Bar Produktion 4/4

G) Gesamteindruck 6/6

 

Gesamtpunkte: 92/100

 

Fazit: In der Kategorie der süßen Milchschokoladen unter 50% Kakaoanteil im Bereich "Micro-Batch" erhielt sie kürzlich gleich dreifach die höchstmögliche Gold-Auszeichnung in Amsterdam. Demzufolge gehört die isländisch-madagassische Delikatesse zurzeit zu den besten süßen Milchschokoladen Europas. Auf jeden Fall ist sie ausreichend süß und daher besonders für Naschkatzen geeignet, die mal zur Abwechslung eine aromatisch hochwertigere und etwas weniger süße Schokolade als die populären Supermarkt-Produkte wie Milka oder Ritter Sport probieren möchten. Geschmacklich zeichnet sie sich vor allem durch ihre milden Milchkaramell-, Rahm- und Butternoten - unterstützt von leichten Fruchtanklängen von Waldbeeren und Zitrusfrüchten - aus. Und auch ihr fein-buttriger Schmelz ist positiv hervorzuheben.

 

Omnom Black n' Burnt Barley (gerösteter Gerstenmalz, gepuffte Gerste, Aktivkohle und Lava-Meersalz)

MHD Charge 20/10/2019

Kakaoherkunft: nur Kakaobutter ohne Herkunftsangabe, da weiße Schokolade

Kakaovarietät: keine Kakaomasse enthalten

 

A) Duftaromen: dezente Milchnoten, Wachs, Kohle 15/18

B) Geschmacksaromen: Milchnoten mit dezent rauchigen Meersalzakzenten, malziges Getreidekaffeearoma mit dezenten Kohle- und Kaffeenoten, Abgang salzig-getreidig und leicht rauchig  44/48

C) sehr gut 3/3

D) feinschmelzend 3/3

E) Kakaobutter, Bio-Rohrzucker, isländisches Vollmilchpulver, geröstetes Gerstenmalz, isländische Bio-Gerste, Gerstenmalzextrakt, Aktivkohle, Meersalz, Sonnenblumenlecithin, Poliermittel, Dichtungsmittel : sehr gut 18/18

F) sehr gut: direkte Zusammenarbeit mit Partner-Kakaobauern und vorbildliche Bean-to-Bar Produktion 4/4

G) Gesamteindruck 6/6

 

Gesamtpunkte: 90/100

 

Fazit: Obwohl es sich hier offiziell um eine weiße Schokolade handelt, hat sie eine tiefschwarze Farbe durch die darin enthaltene Aktivkohle. Wahrscheinlich handelt es sich um die weltweit erste schwarze Schokolade. Auch enthält sie geröstetes Gerstenmalz, gepuffte Gerste sowie isländisches Meersalz. Geschmacklich kommt bei dieser Schokoladen-Neuheit (Produkt-Premiere war im Mai 2018) vor allem ein malziges Getreidekaffee-Aroma, das von dezenten Kohle-, Kaffee- und rauchigen Meersalznoten getragen wird, zur Geltung. Da pure dunkle Schokoladen ohne Zusätze meine größte Leidenschaft sind, bin ich persönlich zwar kein Enthusiast von derartigen Zutatenkombinationen, auf jeden Fall ist sie aber eine interessant schmeckende und experimentierfreudige Island-Schokolade. Beim European Bean-to-Bar Competition 2018 erhielt die neue Schoko-Erfindung auf Anhieb eine Gold-Auszeichnung.

Interessanterweise handelt es sich um ein durch Zufall entstandenes Produkt, an dessen Rezeptur ein ganzes Jahr gefeilt wurde. Nachdem Kjartan von Freunden einer lokalen Brauerei geröstete Gerste, die schon nahe an der Grenze zum Verbranntsein war, zum Probieren bekommen hatte, fügte er diese Zutat in seine zu jenem Zeitpunkt neu produzierte weiße Schokolade mit Malzextrakt hinzu. Daraufhin hatte der Isländer sofort ein absolutes Aha-Erlebnis. Und die Schoko-Expedition nahm ihren Lauf . . .

 

Omnom Lakkris + Seasalt (Lakritz und Meersalz)

MHD Charge 11/04/2020

Kakaoherkunft: nur Kakaobutter ohne Herkunftsangabe, da weiße Schokolade

Kakaovarietät: keine Kakaomasse enthalten

 

A) Duftaromen: intensives Lakritzaroma, Sahnekaramell, Meersalz 13/18

B) Geschmacksaromen: intensives Lakritzaroma mit Salznote, süße Milch- und Sahnekaramellnoten im Hintergrund, Süßholzakzent, intensiver Lakritz- und Süßholz-Abgang 41/48

C) sehr gut 3/3

D) feinschmelzend 3/3

E) Bio-Rohrzucker, Kakaobutter, isländisches Vollmilchpulver, Lakritz (3%), isländisches Meersalz (Saltverk), Salmiak, Sonnenblumenlecithin: sehr gut 18/18

F) sehr gut: direkte Zusammenarbeit mit Partner-Kakaobauern und vorbildliche Bean-to-Bar Produktion 4/4

G) Gesamteindruck 6/6

 

Gesamtpunkte: 88/100

 

Fazit: Zweifellos ist diese für Island typische Schokolade ein Must-Try für jeden Lakritz-Fan. Technisch gesehen handelt es sich um eine weiße Schokolade, die mit Lakritzpulver und isländischem Meersalz fein vermahlen und vermischt wurde. Von Anfang bis Ende besitzt sie ein intensives und langanhaltendes lakritzartiges und dezent salziges Süßholzaroma, das im Hintergrund von den leichten Milch- und Sahnekaramellnoten der weißen Schokoladenbasis harmonisch unterstützt wird. Auch diese Schokolade erhielt vor kurzem eine Gold-Medaille beim europäischen Schoko-Wettbewerb in Amsterdam - in der Kategorie "weiße Schokoladen - veredelt mit weiteren Zusätzen".

 

Natur-Impressionen aus Island - einzigartige Landschaftsphänomene

Und zum Ausklang zur Abwechslung mal etwas anderes als Schokolade: Eine Bilder-Galerie, die die wunderschönen und weltweit einzigartigen Naturlandschaften Islands zeigt. Es handelt sich um Fotos, die meine Schwester während ihrer Island-Rundreise im Juli 2018 gemacht hat. Da die Bilder meiner Ansicht nach sehr gelungen sind und sie obendrein die landschaftliche Naturvielfalt der nordischen Vulkaninsel sehr gut präsentieren, möchte sie umso mehr niemandem vorenthalten. Viel Spaß beim Genießen der unvergesslichen Natur!

Bemerkung: Als unparteiischer Schokoladen-Bogger vertrete ich keine einzelnen Hersteller oder Vertriebe und richte mich nur nach gutem Geschmack und den Werten der Schokoladenhersteller. Wenn ich Interesse mit meinen Schokoladenempfehlungen geweckt habe, so möchte ich lediglich als Hilfestellung aufzeigen, wo und wie man derartige Schokoladen kaufen kann. Aktuell sind die isländischen Gourmet-Schokoladen von "Omnom" in Deutschland in folgenden Schokoladengeschäften erhältlich: in Berlin/Prenzlauer Berg bei "Fräulein Schneefeld & Herr Hund", im auf nordische Feinkost spezialisierten Café Blá in München sowie online im Wiesbadener Schokoladenshop "Xocoatl".